Weizenbock: Mit Geschmack durch den Winter

Frucht, Frische, Kraft und Süße: In jedem Schluck das volle Programm

Wenn die Farben vorm Fenster so langsam von bunt zu grau wechseln, die Temperaturen im einstelligen Bereich hin und her pendeln und man es sich gut überlegt, ob man am Feierabend noch einen Abstecher ins Lieblingslokal macht oder es sich doch lieber gleich Zuhause gemütlich macht, dann naht der Winter. Und wenn der Winter naht, ist auch der Weizenbock nicht weit!

 

 

Was ist Weizenbock?

 

Als Weizenbock werden obergärige Starkbiere mit einem bedeutenden Anteil an Weizenmalz bezeichnet. Dieser muss mindestens 50 % des Malzes betragen, einzelne Brauereien verwenden sogar deutlich mehr. Je nach Art des Malzes entsteht so ein heller oder dunkler Weizenbock, die natürlich feine Unterschiede in Aroma und Geschmack aufweisen

Der Weizenbock ist als Starkbier klassifiziert, hat demnach also einen höheren Stammwürze- und Alkoholgehalt als ein herkömmliches Weissbier bzw. Weizenbier. In der Regel beläuft er sich zwischen 16-20 % Stammwürze und 6-8 Vol.-% Alkohol. Traditionell wird Weizenbock vor allem in der Winterzeit gebraut, denn sein füllig wärmender Geschmack passt wunderbar zu deftigeren Gerichten und entspannten Abenden vor dem Kaminfeuer.

 

Woher kommt Weizenbock?

 

Der Weizenbock ist eine typisch süddeutsche Spezialität, hat aber, wie alle Bockbiere seine Wurzeln in Niedersachsen. Im Mittelalter wurde hier obergäriges Bier gebraut, das als Luxusware gehandelt wurde und in ganz Europa beliebt war. Damit das Bier auf den langen Transportwegen haltbar blieb, wurde es mit besonders hohem Stammwürze- und Alkoholgehalt gebraut.

Auch der Münchner Adel wusste dieses Bier zu schätzen und importierte es in die bayrische Hauptstadt. Tatsächlich sind uns bereits seit 1555 Lieferungen an den herzoglichen Hof der Wittelsbacher bekannt. Spätestens als 1614 der Braumeister Elias Pichler an das bayrische Hofbräuhaus abgeworben wurde, ist das Ainpöckische Bier (also das Bier aus Einbeck) ein fester Bestandteil der Münchner und der gesamtsüddeutschen Bierkultur.

Im Laufe der Zeit wurde nicht nur aus der Bezeichnung Ainpöckisch Bier der heute geläufige Begriff Bockbier, es entstanden auch verschiedene Arten von Bockbier wie z.B. Doppelbock, Weizenbock, Eisbock, Maibock, Winterbock usw..

 

 

Wie schmeckt Weizenbock?

 

Das Weizenbockbier gehört zu den Starkbieren und zeichnet sich durch seinen hohen Alkoholgehalt, den vollmundigen und kräftigen Geschmack und das angenehm süße, oft fruchtige Aroma aus. Neben den Grundcharakteristiken gibt es Unterschiede zwischen einem dunklen und hellen Weizenbock.

Dunkler Weizenbock ist kastanien- bis mahagonifarben mit kräftigen Fruchtnoten von Pflaumen oder Dörrobst und Röstaromen. Oftmals nimmt man auch süße, warme Noten wie Karamell, Schokolade oder Sherry wahr. Heller Weizenbock hingegen strahlt elegant gold- bis bernsteinfarben und bringt ein ebenso intensives, aber etwas frischeres Aroma an die Nase mit Fruchtnoten von reifen Bananen, Mango und blumig warmer Honigsüße.

Unabhängig von der Farbe zeigt sich der Weizenbock am Gaumen weich und vollmundig, gleichzeitig aber auch spritzig mit angenehmer Säure. Auch eine aromatische Würze und elegante Hopfenbittere sind typisch für diese Spezialität. Der erhöhte Alkoholgehalt beschert ein warmes und samtiges Mundgefühl.

Als Speisebegleiter wird Weizenbock bevorzugt zu eher deftigen Gerichten wie Lammkoteletts, Schmorbraten oder Ente serviert, schmeckt aber auch hervorragend zu würzigem Käse und Wurstplatten. Sein vollmundiger Geschmack und die besondere Süße können auch großartige Kombinationen zu Cremedesserts wie Tiramisu oder Crème Brûlée ergeben.

 

Weizenbock – Klosterbrauerei Andechs

 

Die Klosterbrauerei Andechs braut am Heiligen Berg einen ganz besonderen Weizenbock, der den typischen Geschmack des Andechser Weißbiers mit der unverwechselbaren Kraft und Fülle des klösterlichen Bockbiers kombiniert. Diese Saisonspezialität ist lediglich von Oktober bis Februar erhältlich und ist jedes Jahr ein heißersehntes Highlight in der kalten Jahreszeit.

Der naturtrübe Weizenbock erscheint in kräftigem Honiggelb und strukturierter Hefetrübung. An der Nase entfaltet er markante Fruchtaromen von Banane, Mango, Aprikose und Birne, unterlegt mit warmen Gewürznoten wie Nelke und Muskat. Am Gaumen zeigt er seinen kräftigen und dennoch weichen Körper, also ein perfektes Zusammenspiel von dezenter Fruchtsäure, leichter Honigsüße und einer hintergründigen feinen Hopfenbittere. Im Abgang nochmal rund, harmonisch und fruchtig anhaltend.

Ein rundum gelungener Weizenbock der eine sehr schöne Balance zwischen Frucht und Frische auf der einen, Kraft und Süße auf der anderen Seite trifft. Schmeckt großartig zu Ente oder Gans, Wild mit Blaukraut oder zu gereiftem Bergkäse. Dank der spritzigen Frische auch als winterliches Feierabendbier im Alleingang ein Genuss.

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