Pils: Das beste Bier im Sommer

Alles über Entstehung, Geschmack und Speisebegleitung der beliebtesten Biersorte der Welt

Bestellt man in Deutschland einfach ein Bier, bekommt man mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Pils serviert. Diese relativ neue Stilistik befindet sich auf einem unaufhaltbaren Siegeszug durch die ganze Welt. Seine hellgelbe Farbe, das angenehm hopfige Aroma, der schlanke Körper und der relativ niedrige Alkoholgehalt machen das Pils zum Sommerbier schlechthin. Lasst uns gemeinsam mehr über die internationale Erfolgsgeschichte dieser ikonischen Biersorte erfahren, von ihren bescheidenen Anfängen über ihre Bedeutung am Markt bis hin zu Serviertipps und Speisebegleitung.

 

Geschichte und Herkunft des Pils

 

Es ist weitläufig akzeptiert, dass die Benennung des Pils auf die böhmische Stadt Pilsen, ungefähr auf halbem Weg zwischen Nürnberg und Prag gelegen, zurückzuführen ist. Die Entstehungsgeschichte dieses Bierstils beginnt 1838, als die hiesige Brauerei aufgrund der mangelnden Braustandards zum wiederholten Male eine ungenießbare Charge von einem dunklen, trüben und warm vergorenen Bier braute. Aus Protest leerten die Pilsner Bürger und Wirte die Fässer in den Rinnstein, was die Stadt schließlich dazu veranlasste, eine neue Brauerei zu errichten.

Für die neue Měšťanský pivovar Brauerei brauchte es auch einen gebührenden Braumeister. Und so wurde der junge bayerische Braumeister Joseph Groll aus Vilshofen nach Plzeň bestellt. Er sollte dort ein untergäriges Lagerbier nach bayrischem Vorbild brauen. Groll brachte neben seiner Expertise auch eine untergärige Hefe aus Bayern mit und verwendete aufgrund des weichen Wassers in Pilsen ein helles Gerstenmalz. Hopfen und Wasser fand er direkt vor Ort und somit waren die Grundzutaten für das neue Pilsner Bier beisammen.

Am 11. November 1842, am Martinitag, war es dann endlich so weit: Das erste, neue Pilsner Bier wurde ausgeschenkt! Das goldgelbe, hopfenbetonte Bier war ein sofortiger Erfolg, und breitete sich schnell in aller Welt aus, die Registrierung der Schutzmarke „Pilsner Bier“ erfolgte aber erst im Jahr 1859. Wir von KIEM haben dieses Pils im Jahr 1961 nach Italien gebracht und waren 43 Jahre lang bis zum Verkauf von Pilsner Urquell an die südafrikanische SAB der Importeur und Botschafter in Italien.

 

Eine weitere Theorie zum Ursprung der Bezeichnung Pilsner bezieht sich auf den mittelalterlichen Brauch, dem Bier sogenanntes Bilsenkraut zuzusetzen. Was das Kraut im Bier bewirken sollte, ist nicht ganz klar: Einerseits wurde damit vermutlich die Haltbarkeit erhöht, andererseits wahrscheinlich auch die Rauschwirkung. Was jedoch gewiss ist, ist das mit Bilsenkraut versetztes Bier zu mächtigem Kater am Morgen danach führte. Mit der Zeit wurde das Bilsenkraut durch Hopfen ersetzt und spätestens mit der Einführung des Bayrischen und später des Deutschen Reinheitsgebots verschwindet Bilsenkrautbier praktisch gänzlich vom Markt.

Verbreitung und Bedeutung am Biermarkt

 

Pils ist nicht nur deutschlandweiter Verkaufsmeister in der Bierbranche, auch in Italien, Großbritannien, USA und vielen anderen Märkten ist es ein echter Kassenschlager.

Besonders am deutschen Exportmarkt ist und bleibt Pils ganz klar ungeschlagen. Am heimischen Markt gibt es jedoch regionale Unterschiede: In Norddeutschland sind rund 70 % der ausgeschenkten Biere Pils, Richtung Süden zeigt sich aber ein Gefälle, das den Anteil in Bayern auf etwas mehr als 20 % fallen lässt. Insgesamt beläuft sich der Marktanteil in Deutschland auf rund 50 %.

 

 

Eigenschaften und Geschmacksprofil

 

Das Pils ist ein untergäriges Bier, das aus dem Erfahrungsschatz der deutschen Lagerbiertradition hervorgeht. Es zeichnet sich durch seine klare, hellgelbe bis goldgelbe Farbe, den mäßigen Alkoholgehalt zwischen 4,0 % und 5,5 % und sein intensives Hopfenaroma aus. Dank dem Einsatz verschiedener Hopfensorten kann das Aroma auch grasige, harzige und kräuterartige sowie fruchtig und blumige Noten annehmen. Je nach verwendeten Hopfensorten ist das Bier letztendlich herber oder aromatischer.

Da das Pils derart weitverbreitet ist, gibt es auch je nach Herstellungsort zahlreiche verschiedene Variationen. Tschechisches Pils hat meist einen milderen und runderen Geschmack, während deutsches Pils trockener und herber schmeckt. Besonders im Norden Deutschlands wird die Herbe sehr geschätzt, während sie gen Süden abnimmt, da hier eher eine runder und weichere Stilistik bevorzugt wird.

 

Wie trinkt man Pils?

 

Wie wichtig die richtige Wahl und Vorbereitung des Glases  für ein rundum stimmiges Biererlebnis ist, ist weithin bekannt. Das gilt natürlich auch für Pils.

Traditionell wird ein Pils in der sogenannten Pilstulpe serviert. Die Form des Glases soll das Aroma des Pils unterstreichen und für einen feineren, anhaltenderen Schaum sorgen. Die leicht tulpenförmig zulaufende Öffnung hilft dabei, die Aromen konzentrierter an die Nase zu bringen und das dünne Glas unterstreicht den schlanken Körper des Pils am Gaumen. In Tschechien hingegen wird vorwiegend ein bauchiger Krug mit großer Öffnung verwendet, welcher die Aromabildung fördert.

 

Was isst man zu Pils?

 

Als das vielleicht beste Bier im Sommer schmeckt das Pils auch zu sommerlichen Gerichten besonders lecker. Das herbe Aroma und der erfrischende, leichte Trunk machen ein klassisches Pils. zum Beispiel zu einen unserer Favoriten für Gerichte mit weißem Fleisch oder sogar zu leichten Fischgerichten.

 

Unbedingt sollte man das Pils auch statt dem typischen Glas Wein zu einer mediterranen kalten Platte probieren. Mittelgereifter Käse, saftiger Aufschnitt wie Mortadella und feinherbe Oliven und Artischocken harmonieren ausgezeichnet mit dem edlen Geschmack eines etwas malzigeren Pils.

 

Aber natürlich schmeckt eine so zeitlose Biersorte auch zu ebenso zeitlosen Gerichten wunderbar. Ein schöner Teller Pasta oder ein cremiges Risotto mit etwas herberen Noten sind das ganze Jahr über passend. Je nach persönlichem Geschmack kann man das Food Pairing nach Gegensatz oder im Einklang gestalten.

 

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