Nachhaltigkeit in der Bierbranche
Wieso Andechs und Rothaus Ökopioniere sind
Zwei Dinge haben Bier und Nachhaltigkeit gewiss gemeinsam: 1. Sie sind in aller Munde und 2. unsere Partner geben dafür alles. Wie aus Nachhaltigkeit viel mehr als ein bloßes Schlagwort wird, wie dadurch Mehrwert für die Region erzeugt werden kann und wie stark dieser hochaktuelle Trend mit den traditionellen Werten der Braukunst verwurzelt ist, zeigen uns die Badische Staatsbrauerei Rothaus und die Klosterbrauerei Andechs.
Klosterbrauerei Andechs: Nachhaltigkeit ist Glaubensfrage
Am Heiligen Berg Bayerns wird noch echtes Klosterbier gebraut. Die Frater und Pater des Kloster Andechs richten Gebet und Arbeit ganz im Sinne der Regel des Heiligen Benedikt von Nursia aus. Diese unterweist die Mönche, in all ihrem Tun als Vorbild zu dienen, sowohl als Geistliche als auch als Unternehmer. Neben ihrem sozialen Engagement – wie der Ausgabe von rund 250 warmen Mahlzeiten am Tag und der medizinischen Versorgung von rund 1.750 Personen jährlich – entspricht auch ihr Einsatz für die Umwelt der Regula Benedicti.
„Für unsere klösterliche Gemeinschaft ist es wichtig, sinnvoll und verantwortungsbewusst mit natürlichen Ressourcen umzugehen. In den letzten Jahren haben wir daher wieder massiv in unsere Klosterbrauerei investiert, um unsere Produktion noch umweltschonender zu gestalten.“, freut sich Frater Leonhard Winkle, Cellerar des Klosters.
Zertifizierte Nachhaltigkeit und Weitsicht
Seit dem Jahr 2000 schon arbeitet die Klosterbrauerei Andechs mit der Umweltzertifizierung EMAS (Eco-Management Audit Scheme), einem der weltweit strengsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement, zusammen. Die Brauerei investierte mehrere Millionen und konnte den Energieverbrauch seit 2010 – trotz Umbauarbeiten und der Einführung des alkoholfreien Weißbiers – um 10 % senken.
Zu den konkreten Maßnahmen zur Besserung der Umweltverträglichkeit der Brauerei zählen die CO2-Rückgewinnungsanlage, die energieoptimierte Ammoniakkälteanlage, das Chemikalienlager und die neue Flaschenfüllerei. Weiterhin wird ausschließlich Aromahopfen aus der Hallertau verwendet so wie Malz aus der Umgebung in Bayern, dadurch wird zugleich der lokale Handel in der Region gefördert und die Umweltbelastung durch kurze Transportwege minimiert. So entsteht echter „Genuss für Leib und Seele“, ohne die Umwelt dafür unnötig in Mitleidenschaft zu ziehen.
Die Mönche sind aber nicht dafür bekannt, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen und somit steht bereits ein weiteres Maßnahmenpaket für die kommenden Jahre. Dieses beinhaltet unter anderem die Einsparung von Energie und Kältemittel durch die Abschaffung der Kühlcontainer und den Anschluss an das bestehende Glykol-System sowie die Erneuerung der Abwasserbecken samt Pumpensystem.
Rothaus: Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept
Dicht ringen sich dunkle Tannen aneinander, soweit das Auge reicht nur sattes Grün und wo sich der Hochschwarzwald hebt und senkt, schlängeln sich morgens Nebelschwaden durch die Täler. Eingebettet in diese romantische Kulisse liegt die Badische Staatsbrauerei Rothaus auf 1.000 m ü. M., was sie zur höchstgelegenen Brauerei Deutschlands macht.
Die Verbundenheit mit dem eigenen Land zeigt sich bei Rothaus bereits in der Rohstoffauswahl, es werden ausschließlich lokale Ingredienzien verwendet: Das besonders weiche Wasser stammt aus 7 Quellen in Brauereibesitz, das Malz wird aus lokaler Gerste gewonnen und der Aromahopfen stammt aus den Gebieten Hallertau und Tettnang. Durch die enge Partnerschaft mit den Bäuerinnen und Bauern wird zugleich ein lokaler Mehrwert geschaffen und Nachhaltigkeit gefördert.
Die Natur ist nicht nur in Sachen Ästhetik und Zutaten Lehrmeisterin für Rothaus, sie beeinflusst auch den endgültigen Geschmack des Flascheninhalts: Alle Rothaus Biere werden konsequent nicht pasteurisiert. Nur so entstehen natürliche und ehrliche Biere, die den echten Geschmack des Schwarzwaldes in die Flasche bringen.
Bis 2030 wird Rothaus klimapositiv
Als Brauerei der Badischen Allgemeinheit, sieht sich Rothaus schon seit Jahrzehnten in der Pflicht, die Naturschätze des Landes durch verantwortungsvolles und nachhaltiges Wirtschaften zu wahren. Tatsächlich war Rothaus eines der ersten Unternehmen, die dem Klimabündnis Baden Württemberg beigetreten sind. Das Engagement für den Umweltschutz folgt bei Rothaus einem ganzheitlichen Konzept, das sich auf alle Produktionsschritte ausdehnt.
„Unsere Werte spiegeln sich für unsere Kundschaft in allem, was wir tun: Qualität, Kontinuität, Glaubwürdigkeit und Heimat – dafür steht Rothaus. Das Ziel Klimapositivität ist für uns die logische Konsequenz aus unserem Handeln und aus unserer Verantwortung für die Umwelt. Klimaschutz muss von uns allen aktiv gestaltet werden.“, so Alleinvorstand der Badischen Staatsbrauerei Christian Rasch.
Konkret bedeutet dies für Rothaus, dass die Brauerei bis 2030 gänzlich klimapositiv operieren will, d.h., dass entlang des gesamten Produktionsprozesses insgesamt mehr CO2 eingespart als ausgestoßen werden soll. Für dieses Unterfangen ist ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro vorgesehen, die aus eigenen Mitteln finanziert werden sollen.
Schritte in Richtung Klimapositivität
Der bereits eingeleitete Fahrplan in Richtung Klimapositivität beinhaltet unter anderem folgende drei Großziele:
- Einrichtung einer Photovoltaik- bzw. Solarthermieanlage mit 9.000 m² Fläche
- Bau einer anaeroben Kläranlage zur Einsparung von rund 100.000 l Heizöl jährlich
- Vollständige Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge mit einem endgültigen jährlichen Einspareffekt von rund 500 Tonnen CO2
Als mit dem Schwarzwald zutiefst verbundenes und regional stark vernetztes Unternehmen, unterstützt Rothaus auch Partnerunternehmen für die Rohstofflieferungen dabei, zunehmend nachhaltiger zu wirtschaften und sich gemeinsam mit der Brauerei auf den Weg zum klimapositiven Wirtschaften begeben.
Finanzminister Dr. Danyal Bayaz meint dazu: „Konsequenter Klimaschutz macht ökologisch und ökonomisch Sinn. Das können wir als Industrieland zeigen - und so zum Vorbild für andere werden. Rothaus geht diesen Weg und hat die volle Unterstützung des Landes.“