10 Jahre Partnerschaft mit der Distelhäuser Brauerei – Ein Reisebericht
Würzburg, Nachtwächter und unser selbstgebrautes Bier
Langjährige Partnerschaften sind im geschäftlichen genauso wertvoll wie im persönlichen Leben und spätestens nach 10 Jahren als Geschäftspartner, vermischen sich die beiden Lebensweisen auch ein bisschen – auf die allerbeste Art und Weise! Im Oktober 2022 durften wir das zehnjährige Jubiläum mit der Distelhäuser Brauerei mit einer ereignisreichen und spannenden Jubiläumsreise nach Würzburg feiern. Das ist unser Reisebericht.
Am Freitag, 07.10.2022 hieß es: Früh aufstehen! Die Planabfahrt um 7:00 Uhr in Lana galt es genau einzuhalten, wenn wir pünktlich in Würzburg ankommen wollten. Über den Brenner und den Fernpass ging es in Richtung Unterfranken und zehn Stunden und rund 550 Kilometer später waren wir im schönen Würzburg angekommen. Es blieb noch gerade genug Zeit für den Check-In und das Frischmachen im Hotel, bevor wir uns mit Brauereileuten zur Stadtführung mit einem famosen Würzburger Nachtwächter trafen. Begleitet haben uns u.a. Moritz Bauer, Inhaber sechster Generation der familiengeführten Brauerei Distelhäuser und Roland Andre, Geschäftsführer und Braumeister.
Würzburger Lokalkolorit vom Feinsten
Im Mittelalter drehten die Nachtwächter in Würzburg ihre Runden und sorgten für Sicherheit. Ausgerüstet mit Laterne, Hellebarde, Horn und Dreispitz waren sie jederzeit bereit, Unholde dingfest zu machen oder die Turmwächter am Rathaus über Gefahr in Kenntnis zu setzen und Alarm zu schlagen. Eine ganz besondere Eigenheit der Würzburger Nachtwächter: Sie sangen und musizierten gelegentlich sogar während ihrer Rundgänge, um die Bürger der Stadt zu unterhalten und zu beruhigen. Dieses Kuriosum ist auch heute noch ein Wahrzeichen der Stadtführungen durch Würzburg und so kamen auch wir in den Genuss eines originalen Nachtwächter-Ständchens.
Nach der amüsanten und interessanten Stadtführung ging es auf die alte Mainbrücke, um sich mit einem kühlen Distelhäuser Pils aus dem Keramikkrug zu stärken. Die Brücke ist immer prallgefüllt mit Menschen, die ihren Aperitif oder eben nur die Aussicht zur Festung Marienberg genießen. Die Kuriosität hier: Auf der Brücke stehen nur wenige Tische und pro Tisch durften nur acht Krüge Bier ausgeschenkt werden. Daher mussten wir auch kurz warten bis wieder Kontingent frei war.
Weiter ging es zum Aperitif ins Lokal Sternbäck. Das Highlight hier war das unfiltrierte Distelhäuser Landbier. Dieses besondere Bier wird ausschließlich in ausgewählten Lokalen in der näheren Umgebung der Brauerei als Saisonspezialität ausgeschenkt. Den Abend ließen wir im Gasthaus Lämmle mit herzhafter, typisch fränkischer Hausmannskost und gutem Trunk ausklingen. Anschließend ging es früh ins Bett, um für das Highlight am nächsten Morgen fit zu sein: Wir würden nämlich unser eigenes Bier brauen!
Unser selbstgebrautes Bier
Die Vorfreude war riesig und wir brachen gleich nach dem Frühstück in die Distelhäuser Brauerei nach Tauberbischofsheim zum gemeinsamem Bierbrauen auf. Schon am Vortag hatten wir entschlossen, ein naturtrübes Märzen mit Aromahopfen und offener Gärung zu brauen und es im Lagertank noch zusätzlich hopfenzustopfen. Chef-Braumeister und Geschäftsführer Roland Andre war von unserer Idee begeistert, erläuterte kurz die wichtigsten Charakteristiken eines gelungenen Märzen und verriet uns noch einige Geheimtipps beim Brauen, bevor es zur Sache ging.
Angefangen haben wir mit dem Malzschroten, um dann unsere gewählten Malzsorten Pilsnermalz, Carahell und Carared einzumaischen. Unter den Anweisungen von Braumeister Hr. Lutz konnte der eine oder andere sein Geschick unter Beweis stellen. Kilian und Erwin durften den Grundstein fürs Bier legen und das geschrotete Malz mit Wasser vermischen. Während die Maische auf die verschiedenen Maischerastphasen gebracht wurde, ging es zu einer ausführlichen Brauereiführung mit Geschäftsführer Roland Andre. Dabei durfte natürlich auch eine Zwicklprobe mit einem kellerfrischen Märzen nicht fehlen. Dann ging es mit dem Abmaischen und Läutern weiter. Gleichzeitig haben wir verschiedenste Aromahopfen olfaktorisch getestet und uns auf die drei Sorten Saphir, Select und Diamant geeinigt.
Nach einer Stärkung samt Bierverkostung im Brauereigasthof, bei der auch das Saisonbier Distelhäuser Winterbock probiert wurde, war es an der Zeit, den Treber aus dem Bottich zu entfernen. Dann durfte sich ein jeder von uns beim Rühren der Würze beweisen. Die letzte Hopfenzugabe wurde vom Seniorchef Kaspar Kiem höchstpersönlich übernommen, um dem Bier die richtige Seele einzuhauchen. Damit war die Arbeit im Sudhaus getan und die Gärung konnte durch die Zugabe von Hefe beginnen. Unter Applaus wurde der Brautag abgeschlossen und wir bedankten uns herzlich bei der Brauerei Distelhäuser für die Einladung und die erlebnisreichen Tage.
Ein Dankeschön von Herzen
Unseren eindrucksvollen Besuch ließen wir am Samstagabend im Wirtshaus am Dom in gemütlichem Beisammensein mit ein paar Distelhäuser Spezialbieren stimmig ausklingen, bevor wir Sonntagmorgen 08:30 Uhr die Heimreise antraten.
Wir bedanken uns herzlich bei Moritz Bauer, Roland Andre, Christoph Ebers, Braumeister Lutz, Ute Sembach, Bernhard Weigand und all den wunderbaren Menschen, mit denen wir seit nun mehr als zehn Jahren das Vergnügen haben, zusammenarbeiten zu dürfen. Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen und mindestens weiteren zehn Jahren großartiger Zusammenarbeit!
PS: Neuigkeiten zu unserem selbstgebrauten Bier folgen demnächst!